Leuchtdioden und KerzenscheinKeine Glühbirnen mehr ab 2012. Was die Bewohner in Panik verfallen lässt, spornt die Hersteller zur Entwicklung neuer Produkte an |
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Sukzessive wird die Produktion eingestellt: 75 Watt, 60 Watt, 2012 schlägt dann sogar den 25-Watt-Birnen die letzte Stunde.
Dramaturgie zwischen hell und dunkel "Ein Jammer, denn was die Qualität des Lichts betrifft, gibt es aus heutiger Sicht keine wirkliche Alternative zur Glühbirne", sagt der Wiener Architekt Andreas Burghardt, "die beste Möglichkeit ist, sich bis 2012 mit Tausenden von Glühbirnen einzudecken und diese im Keller einzulagern." Das größte Problem sei die Farbtemperatur des Lichts, so Burghardt, "wir sind darauf konditioniert, uns im warmen Licht wohlzufühlen. Eine Ausnahme ist der Arbeitsplatz." Im Privatbereich setzt Burghardt auf eine gewisse Dramaturgie zwischen helleren und dunkleren Bereichen. "In gleichmäßig ausgeleuchteten Räumen fühlen wir uns nicht wohl. Gemütlichkeit entsteht erst durch ein helles Zentrum, durch einen sogenannten Lichthof, auf den wir uns visuell konzentrieren können. Bestes Beispiel dafür ist die gute alte Kerze." Außer der klassischen Glühfadenlampe weist kein anderes gebräuchliches Leuchtmittel diese Eigenschaft auf. Leuchtstoffröhren und Kompaktleuchtstofflampen - besser bekannt als Energiesparlampen - werden über Gasentladung zum Leuchten gebracht und senden ein kaltes und diffuses Licht aus. Vorteil: Sie verbrauchen um bis zu 80 Prozent weniger Strom, weil die Energie nicht wie bei Glühbirnen als Wärme verloren geht. "Natürlich sind Leuchtstofflampen energetisch besser" , sagt Lichtplaner Christian Ploderer, "die Leuchtkörper sind zwar teurer, aber sie brauchen viel weniger Energie und leuchten zehnmal länger als Glühbirnen." Long-Life-Sparlampen hätten sogar eine Lebensdauer von bis zu 14.000 Stunden. "Aber schrauben Sie doch mal eine Sparlampe in einen Luster!" Glühbirne mit Halogenherz Nicht nur die technische Anmutung macht jedem Kronleuchter den Garaus, sondern auch die kalte Lichtfarbe." Eine Katastrophe, begonnen bei den alten Villen bis hin zu Schloss Schönbrunn." Um für den Einsatz im historischen Bereich sowie in der Effektbeleuchtung gewappnet zu sein, entwickeln Leuchtenhersteller derzeit Halogenleuchten, die in einer Glashülle in Glühbirnenform eingebaut sind. Ploderer: "Ein Behelfsmittel, bis wir vergessen haben, was Glühbirnen überhaupt sind." Die Zukunft gelte ohnehin den Leuchtdioden, kurz LED genannt. "Die LEDs werden garantiert alles andere ablösen" , so Ploderer, "aber noch steckt die Technologie in den Kinderschuhen." LEDs hätten ein unangenehmes und kaltes Licht, vor allem scheitern die Leuchtdioden am Preis. Bis zu 300 Euro kostet eine LED-Lichtleiste mit allen nötigen Geräten. "Ich nehme an, dass sich das in den nächsten zwei bis drei Jahren einpendeln wird. Dann werden LEDs auch für den Einsatz im Privatbereich geeignet sein" , so Ploderer. Er selbst möchte jedenfalls nicht so lange warten. In seinem Bergbauernhof aus dem Jahr 1730 gibt es gar kein elektrisches Licht. Die Antwort des Lichtplaners: "Petroleumlampen und eine Menge Kerzen. Das ist eine emotionale Qualität, die Sie mit keinem Kunstlicht dieser Welt erzielen können." |
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| Quelle: Wojciech Czaja, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13./14.12.2008 | ||||

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